Der Anfang einer langen Reise

Diesesmal schlief ich besser ein. Es ist wohltuend, dass das Hotel so ruhig ist. Ohne zu frühstücken , war ich um 07:15 Uhr auf der Piste. Nach 5 Minuten stand ich abholbereit am „Aarons Hotel“. Der Shuttle kam erst um 07:37 Uhr. Es wurde eine sehr, sehr lange Gurkerei bis zum Flughafen. Nach etwa 55 Minuten hielten wir vor dem Abflugsgebäude von Perth. Bei Thrifty dauerte es auch sehr lange bis ich meinen Wagen (ein roter Mitsubishi Outlander, Kennz. 1CXR268, Km Stand: 72075) hatte. Die Dame die mich bedient hatte, war wohl magersüchtig. Nicht mehr so jung. Die Adern traten an beiden Unterarmen deutlich hervor. Sie war ziemlich stark dunkel behaart. Irgendwann lud ich meine Koffer ein. Es war 09:30 Uhr als ich los fuhr. Linksverkehr? Gibt es woanders Rechtsverkehr? Die Umstellung klappte ohne Probleme (es war ja auch nicht das 1.mal). Auch die Wegbeschreibung für die Anfahrt auf den „Great Northern Freeway“ klappte gut. Der Verkehr war stark. Ruckzuck war ich in Midland. Aus den Augenwinkeln sah ich eine große Mall. Ohne negativ aufzufallen konnte ich den Freeway noch in letzter Minute verlassen und parkte vor einem K-Mart. Ich kaufte 5 x 1,25 Ltr. Wasser, 2 Kisten Emu Bitter a 30  Dosen zu 375ml zum absoluten Hammerpreis von AUD  60 u.a. Da ich noch nicht gefrühstückt hatte, aß ich einen kleinen Kuchen und trank einen guten Kaffee (midsize) dazu. Als ich ging, winkte mir die junge Frau noch zu. War ich auffällig gewesen? Über diese freundlichen spontanen Gesten freue ich mich sehr. Das gibt es doch auch in Deutschland, oder? Natürlich musste ich auch wieder an meinen Rausschmiss im letzten Jahr in Chile denken. Ich fuhr weiter auf der „95“ gen Norden. Bald wurde auch der Verkehr weniger, und dann selten. Es wurde beim aneinander vorbeifahren gegrüßt (Km Stand 72234). Erst dann ist man im „Outback“. Dort gelten andere Regeln. Man ist immer freundlich, hilft sich und tauscht Streckenerfahrungen aus .Notfalls mit Aufforderung zum Anhalten. Das erlebte ich später wirklich. Wer im Outback stehen bleibt und winkt, dem wird geholfen. Nach gut 200 Km musste ich schon tanken (1Ltr AUD1,37). Mein Gott,  fraß die Maschine Sprit. Als ich aus dem Wagen stieg war es draußen sehr, sehr heiß. In Perth war ich bei 34 Grad Celsius abgefahren. Jetzt waren die Temperaturen weiter gestiegen je mehr ich nach Norden kam. Über 37 Grad, 39 Grad, 41 Grad, lange 42 Grad bis auf 44 Grad. Das ist in Miling, als ich dort tanke (Km Stand: 72279,31,6Ltr,AUD 42, um 13:45 Uhr). Hier entscheide ich mich umzukehren. Selbst für einen Höllenengel wie mich werden diese Temperaturen unangenehm. Dort wo ich hin will ist der heißeste Ort Australiens „Marble Bar“ nicht fern. Bis zur „Hamersley Range“ sind es noch etwa 850 Km Temperaturen über 50 Grad sind in den Schluchten möglich. Dort wollte ich einige „Tracks“ gehen. Ich lasse es lieber , zumal auch diese „Tracks“ NICHT ALLEINE gelaufen werden sollen. Sogar die Hotels haben am Parkeingang inzwischen aus Hitzegründen geschlossen.

 

 

 

 

Nein, ich fahre lieber an die Küste. Nach einigen Km Richtung Süden, biege ich nach Moora ab. Schmale Straße, guter Zustand, wenig Verkehr. Dann folge ich in Moora leider den Straßenschildern Richtung Geralton ohne auf die Landkarte zu schauen. Wieder fahre ich auf einer schmalen Straße , die durch abgeerntete Agrarlandschaft führt. Ab und zu haben sie auf den Weizenfeldern einen Eukalyptusbaum stehen gelassen. Eine braune, öde Landschaft. In „Three Springs“ fahre ich strikt gen Westen. In der Ferne waren Gewitter. Blitze zuckten zur Erde nieder. Später sah ich riesige, sehr hohe Rauchwolken. Bei den Temperaturen konnten die Blitze leicht das Buschwerk entzünden. Ich kam in den Ort Eneabba. Rechter Hand schien ein großer Waldbrand zu sein. Ich kam auf den Freeway No.1 und folgte ihn Richtung Norden. Nach einigen Kilometern kamen mir Autos entgegen , die mich anblinkten. Bald wusste ich warum. Die Police hatte für weitere 4-6 Stunden den Freeway 1 wegen eines großen Waldbrands gesperrt. Der nette Polizist erklärte mir die Umleitung. Hier sind das aber nicht nur ein Paar Häuserblocks. Ich bekam aber alles auf die Reihe. Es wurde noch sehr lang. Aber dann war ich endlich am Meer in einem Ort namens Dongara. Es war 18:30 Uhr als ich dort eintraf. Das war viel zu spät für die Suche nach einem Motel. 2 Motels waren dann auch ausgebucht. Aber man kennt sich ja ein wenig aus. Ich suchte einen „Caravan Park“ und fand ihn am Ortsausgang. Ich fuhr vor das Büro und stieg aus. 2 typische Aussies sprachen mich an. Verstanden habe ich erst mal nichts, aber man kann ja auch kombinieren . An der Tür des Büros hing ein Schild „Sorry, I am fishing“ . Auf deutsch: „Entschuldigung, ich bin angeln“. Die beiden Guys schickten mich zur „Unit No.36“, dort würde ich Auskunft erhalten. Ich fragte dort nach einer „Unit“ (Container) für eine Nacht. Das klappte. Ich hatte viel Platz. Mehrere Räume, kl. Küche und Klimaanlage. Was will der Mensch noch mehr? Die Miete betrug AUD 85  pro Nacht. Der Wagen parkt vor der Tür , und die Nachbarin lächelt freundlich. Die Höchstgeschwindigkeit auf dem Platz betrug 5 Kmh . Ich ließ meinen Wagen vor meiner Unit stehen und war in etwa 15 Minuten  zu Fuß im Ort. Das tat mir heute ganz gut. Es war noch immer 34 Grad warm. Aber das geht ja. Das erste Restaurant war so, wie man sie manchmal im Fernsehen sieht, reiner wilder  Westen. Voll, laut. Für mich O.K. Die Bedienung aufmerksam und sehr freundlich. Das ist eine Freude nach so einem Tag. Der Essensablauf ist aber ganz anders als in Deutschland. Bei einem Pint Emu Bitter (brewed in Australia) sah ich mir die Speise- und Getränkekarte durch. Ich hatte wie üblich mein Bier cash an der Bar bezahlt. Auf der Terrasse fand ich noch einen Platz für mich, und genoss den Abend. Nach dem ich in der Speisekarte meine Wahl getroffen hatte (Starter: King Prawns), bezahlte ich meine Bestellung an der Kasse (AUD18) und bekam einen Ständer mit einer großen Nummer 2 darauf ausgehändigt. Die Dame an der Kasse sagte, es würde großer Andrang in der Küche sein, meine Bestellung könne 45 Minuten dauern. Das war mir gleich. Ich suchte mir einen kleinen Tisch im Restaurant aus und stellte meine Nummer darauf. Dann ging ich zu meiner Bedienung , zeigte ihr meinen Tisch, und sagte ihr, dass ich jetzt an der Bar meinen Cocktail nehmen würde. Sie antwortete : „Perfect“. Ich ließ mir noch ein Pint „Carlton Draught“ geben , und setzte mich wieder auf die Terrasse. Nach etwa 20 Minuten kam die Lady von der Bedienung zu mir, und fragte mich, ob ich das Essen hier auf der Terrasse oder im Restaurant zu mir  nehmen wollte. Der ganze Laden war bestimmt nicht übersichtlich, aber sie hatte mich gefunden (wie die Räuber in Chile, aber das ist nicht fair. Ich will damit nur sagen , dass man als Ausländer auffällt ohne das man es selbst merkt). Ich blieb natürlich auf der Terrasse. Von den King Prawns hätte man schon satt werden können. Sie waren wirklich groß. Natürlich habe ich bei 4 Prawns noch die dicken schwarzen Därme entfernen müssen. Ich war heute morgen ohne Frühstück los gefahren und jetzt war es 20:30 Uhr. Im Urlaub darf man sündigen. Ich bestellte mir noch einen Beefburger. Was bekam ich? 2 zarte Steaks in Burger Brötchen. Genau richtig gegart. Lecker. Da kann die Welt von lernen. Dieser Laden hat bei mir einen extra plus Punkt bekommen. Für Inge wäre das heute zu laut gewesen.

Tanken in Eneabba um 17:00 Uhr, Km Stand: 72564, 36 Ltr. AUD 50

Ankunft im Caravan Park in Dongara um 18:45 Uhr. Km Stand: 72681

Heute fuhr ich 616Km

Mein Routing: Perth-Midland-Muchea-Bindoon-Walebing-BindiBindi-Miling-Walebing-Moora-Watheroo-Three Springs- Eneabba - Coohinba- Illawong-Dongara

Ausgaben: Die kleine Flasche Teebaumöl (Melaleuka) kostet bei Woolworth AUD 4,14

24.2 6 Victoria Bitter   (Bottle Shop)                                           AUD  15,89

24.2. 6 Victoria Bitter bei Woolworth                                                    14,98

24.2. Airport Shuttle hin und zurück                                                     30,00

25.2. Frühstück                                                                                       9,00

25.2. Einkauf bei Woolworth                                                                 28,47

25.2. Plastiksandalen von Target                                                          11,99

25.2. Einkauf                                                                                           3,95

26.2. 60 Emu Bitter                                                                                66,00

26.2. 10  Briefmarken                                                                            14,00

26.2. Criterion Hotel 2 Nächte                                                             294,00

26.2. Übernachtung im Caravan Park in Dongara                                 85,00

       

27.Februar            Samstag

In der Nacht schlief ich sehr gut. Ich wachte um 07:30 Uhr auf. Nach der Morgentoilette begann ich wieder zu packen und bereitete  mir mein Frühstück. Ich fand zwei uralte Teebeutel und schnitt 2 dünne Scheiben vom Fruitcake ab. Jetzt ist es 09:30. Um 10:00 Uhr muss ich hier raus sein. Vom Caravan Park fuhr ich auf den Freeway No. 1 , und dann weiter gen Norden. Ich ließ mich da zu verleiten vom Freeway abzubiegen und einer ausgeschilderten  „Scenic Tour“ Richtung Northampton zu folgen. Man fuhr auch durch ein Valley in dem Wein wuchs. Ich fragte mich aber wie die hier auf diesen trockenen Böden Pflanzen grün halten. Die Umgebung war für mich alles andere als „Scenic“. Man sah wieder „Weizen Winter“ so weit das Auge reicht. Ab und zu unterbrochen von einem müden Eukalyptus. Die Reste der Weizenhalme schauten ca. 20cm aus der Erde. Wahrscheinlich war ich zur falschen Jahreszeit hier. Die Erde war braun und Staub trocken. Vom Meer her wehte ein starker Wind. Ich weiß nicht wann, aber irgendwann wird es auf diesen unvorstellbar großen Feldern keine Krume mehr geben. Für mich war dieser Eindruck deprimierend. Vor Perth hatte ich schon mal einen heftigen Sandsturm erlebt. Ich bin zwar nur Laie , aber ich weiß, dass hier nur unter Zugabe großer Mengen Dünger der Weizen wächst. Monsanto und Bayer lassen grüßen. Wie versorgen sie die Pflanzen nur mit Wasser? Das der Wind nicht nur heute blies sah man an den Eukalyptus Bäumen, sie neigten sich alle ins Inland (Man nennt so etwas in Deutschland „Windflüchter“). Auf dieser Strecke war mir überhaupt nicht wohl. Es war sehr, sehr einsam. Man sah in 360 Grad bis zum Horizont nur braune Wüste. Es dauerte lange bis am Straßenrand wieder Entfernungsangaben auftauchten. Die führten mich dann nach und nach auf eine „Gravel Road“ (Schotterstraße). Weit, weit vor mir sah ich eine gewaltige Staubwolke. Als ich näher kam, sah ich, dass sie von einem „Road Train“ , einem der überdimensionierten australischen LKWs stammte. Der Fahrer hatte mich wohl bemerkt, denn er verlangsamte seine Fahrt, und fuhr links ran. So fuhren wir zwei Staubwolken denn aneinander vorbei. Kurz danach hatte ich wieder Asphalt unter den Reifen. Bis Northampton war es nicht mehr weit.

Tanken in Grenough  (kurz vor Geralton): 26,2 Ltr, AUD 34 (Visa) 1Ltr. AUD 1,297 um 10:50 , Km Stand 72721. Als ich bezahlte, sagte der Cashier: „Is it hot enough?“

Um 11:20 Uhr bin ich in Geralton. Temperatur 43 Grad Celsius. Um 11:28 Uhr sind es 45 Grad Celsius. Am „Pink Lake“, einem Salzsee, sind es um 13:20 Uhr 47 Grad Celsius! Als ich den Kalbarri National Park erreiche hat sich die Landschaft stark verändert. So weit das Auge reicht sieht man mit Buschwerk bedeckte Hügel. Hier werden die Sonnenstrahlen nicht vom dürren nackten Boden reflektiert. Die Temperatur war auf 30 Grad Celsius gesunken . Ich kam auf der Küstenstraße von Süden, und hatte einen traumhaften Blick auf die Bucht von Kalbarri. Wegen der lauten Brandung suchte ich mir keine Unterkunft in Meeresnähe. Da ist es viel zu laut. Ich fand ein „Best Western Motel“ ca. 500 Meter vom Ortskern entfernt. Gegen 14:45 Uhr rollte ich vor Unit No.6. Km Stand: 72946. Tagesetappe: 265 Km. Das Motel kostet AUD 125 incl. Frühstück pro Tag. Um 15:00 Uhr rief ich Inge über Ekit (internationale Telefonkarte) an. Die Dame an der Rezeption hatte mir empfohlen um 16:00 Uhr zu einer Veranstaltung zu gehen. Es hatte ein Wettangeln gegeben. Jeder Teilnehmer durfte 3 Fische mitbringen. Die wurden gezeigt und gewogen. Der Fang mit dem höchsten Gewicht hatte gewonnen. Viel Volk war vor Ort, und die Veranstaltung zog sich hin. Schließlich war es dunkel. Ich ging zurück zum Hotel, und ärgerte mich darüber, das es dort keine Beleuchtung gab. Kurze Zeit später, wusste ich warum es im Hotel so finster war. Kalbarri hatte Stromausfall. Natürlich hatte ich eine Taschenlampe mit nach Australien genommen, aber wo hatte ich sie deponiert? Ich wusste aber wo die Streichhölzer waren, und dort fand ich auch die Taschenlampe. Ich rief die Rezeption an und fragte , ob man sagen könne wie lange der Stromausfall wohl dauern würde. Bis 20:00 Uhr bekam ich als Antwort. Jetzt war es 19:56. Natürlich brannte um 20:00 Uhr noch kein Licht. Da mein Handy Anbieter Vodafone hier ein Netz hat, schickte ich während der dunklen Stunden eine SMS an Insa. Als Antwort bekam ich: „Cool, eine SMS aus Australien....“.

 Ich nahm meine Taschenlampe und ging in den Ort zum Essen. In 2 Restaurants hörte man Dieselaggregate zur Stromerzeugung laufen. Ich bestellte einen „Probierteller“ für AUD 29. Das war die mittlere Preislage . Mein „Probierteller“  war eine große Portion. U. a. mit 3 Austern, einigen King Prawns, panierte Krebs Teile, 2 große Fleischspieße usw. Ich wurde sehr satt. Zum Essen trank ich ein Glas kalten, trockenen Weißwein. Ich war schon wieder im Hotel, als um 22:00 Uhr das Licht endlich wieder an ging. Es war im Zimmer sehr warm geworden, da natürlich auch die Klimaanlage nicht gelaufen war. Es war zu warm zum schlafen. Ich schaltete die Klimaanlage eine Stufe kälter und schlief dann doch recht gut.

Abendessen u. 1 Gl. Wein                     AUD 35

Tanken: s. oben.

Bier                                                                      24

Tagesetappe                        265Km

Nächster Tag:

Ich wachte um 06:30 Uhr auf, ging pinkeln und legte mich noch mal ins Bett. Um 07:30 Uhr stand ich auf. Nach der Morgentoilette kochte ich mir einen Tee, aß Cornflakes und setzte mich zum Schreiben nach draußen auf meine kleine Terrasse. Um 10:00 Uhr fuhr ich  zum Tanken.  AUD 40,47, 28,5 Ltr. 1Ltr. 1,429.

 

Ich machte eine Rundfahrt durch den Ort Kalbarri und fuhr dann wieder zum Hotel zurück. Ich packte 2 Kühlcontainer in meine Kühltasche und tat 2  1,25 Ltr. Flaschen Mineralwasser da zu. Ich inspizierte beide Fotoapparate, die ich über Nacht aufgeladen hatte, und fuhr dann zu den „Ocean Cliffs“. Die Aussichtspunkte waren gut ausgeschildert. Ich arbeitete die „Cliffs“ systematisch ab. Zunächst sah ich mir den am weitesten entfernten „Cliff“ mit der „Natural Bridge“ an, und arbeitete mich dann gen Kalbarri vor. Es gab schon spektakuläres zu sehen, aber da waren auch Aussichtspunkte, die ich schnell wieder verließ. Überall konnte man gut mit dem Auto heran fahren. Die Beschilderung zu den Sehenswürdigkeiten ist beispielhaft. Ca. 200 Meter vor der Abfahrt vom Freeway stehen Schilder , die auf die verschiedenen Sehenswürdigkeiten aufmerksam machen. Dann muss man nicht hektisch Bremsen wenn kurz danach die wirklich Abfahrt kommt. Ja, und dann stand ich auf dem „Rainbow Valley“ Parkplatz. Hier war aber keine Sehenswürdigkeit zu sehen. Auf einer Tafel wurde ein „Track“ (Wanderweg) angeboten. Ein Rundweg, der 2 Stunden dauern sollte. Es waren geologische Besonderheiten zu sehen , die mich interessierten. Ich hatte nur meine beiden Fotoapparate bei mir als ich los ging. An den Füßen hatte ich alte Aldi Laufschuhe, und das war auch gut so. Es ging über Stock und Stein. Zuerst führte der schmale Weg runter zum Meer. Am Wegesrand standen ab und zu Schilder mit Erläuterungen. Nach dem ich fast den „Sea Level“ erreicht hatte, bog der Weg nach rechts ab. Dann war der Weg nicht mehr als solcher zu erkennen. Es waren aber weiße Markierungspfähle, die auch in Deutschland in 50 Meter Abständen am Straßenrand stehen, als Wegweiser immer in Sichtweite aufgestellt, so dass man sich nicht verlaufen konnte. Es gab für mich viel zu sehen. Allerdings sollte man sich für Geologie interessieren. Es gab die mini Ausgabe des „Kings Canyon“ ( der befindet sich im „Red Center“) in mehrfacher Ausführung zu sehen. Aber hier waren die abgelagerten Sedimente viel farbiger, und lagen in dünnen Schichten übereinander. Um mir das genau anzusehen verließ ich den Pfad. 2 Rockwallabies (Felskangeruhs) beeugten mich neugierig, und hoppelten dann weiter. Natürlich immer im Schatten, und nicht wie dieser Mensch vor ihnen in der prallen Sonne. Dort wo das „Valley“ eng wurde, kam die Temperatur wohl an die 50 Grad Marke heran. Als ich oben aus dem Auto gestiegen war, zeigte das Thermometer 43 Grad Celsius an. Ich kam an eine Stelle des „Tracks“, an der ich dieWegmarkierungen ernsthaft in Frage stellte. Etwa 3 - 4 Meter über mir war ein weißer Markierungspfahl auf dem Felsen zu sehen. Wie man dort hoch kommt, steht nicht auf dem Pfahl. Ich stand in einem ausgetrockneten Bachbett und untersuchte die Fußspuren der Wanderer, die hier vor mir gegangen waren. Sie führten weiter ins schmale Tal hinein   (grübel , grübel- denk, denk)   Ich entschied mich für den weißen Pfahl, und machte mich an den Aufstieg. Als ich ihn erreichte, sah ich auch schon den nächsten. Juchhuuhh! Von hier oben konnte ich ins Bachbett sehen. Dort unten hätte ich nie wieder einen weißen Pfahl gesehen. So ist Australien!

Ich folgte den weißen Pfählen weiter bergauf. Das Tal öffnete sich . Ich musste es durchqueren und auf der anderen Seite wieder nach oben kraxeln. Von dort dauerte es nicht mehr lange, bis ich wieder an meinem Auto war. Wie lange war ich eigentlich unterwegs gewesen? Ich hatte es versäumt zu Anfang der Wanderung auf die Uhr zu sehen. 2 Stunden werden es wohl gewesen sein. Am Auto griff ich als erstes in die Kühltasche und holte die Flasche Wasser heraus. Ruck zuck war die Hälfte der 1,25 Ltr. Flasche ausgetrunken.

Ich fuhr noch die anderen Aussichtspunkte ab. Am Letzten ging ich noch mal einen kurzen „Track“.  Hier hatte ich den bisher besten Blick auf die Bucht von Kalbarri im heißen Sonnenschein.

Als ich wieder zurück im Ort war, ging ich in einen „Fast Food“ Laden und bestellte mir ein „Chicken Wrap“ (aufgerolltes Fladenbrot mit Hähnchenfleisch und Gemüse). Aber auch da für waren AUD 12,20 (1AUD= ca. € 0,70) fällig. Es war etwa 14:30 Uhr als ich mich ins Bett legte. Die Klimaanlage hatte zu kämpfen, aber so richtig amerikanisch kühl machte sie den Raum nicht. Aber ich schlief ca. eine Stunde gut.

 

 

 

 

( Der sieht doch aus wie sein Fisch, oder? )

Heute war ja auch noch mal um 16:00 Uhr eine Veranstaltung des „Offshore and Angle Club Kalbarri“. Vorher drehte ich eine Runde durch den Ort und suchte einen Internet Shop. Einen gab es tatsächlich, aber der hatte am Sonntag natürlich „closed“. Ich stellte das Auto vor meiner „Unit“ ab und ging zu Fuß zum Spektakel. Das war aber nichts anderes als gestern. Ich sah mir deshalb lieber die Zuschauer genauer an. Eine junge australische Mutter um die 30 im ¾ langen geblümten Sommerkleid unterhielt sich ausgiebig mit einer Freundin, die an einem Tisch zusammen mit 2 älteren Ehepaaren saß. Die besagte Dame war blond, hatte die Haare hochgesteckt und trug keine Schminke. Sie war leicht verschwitzt , ihr Gesicht glänzte. Wie diese junge Frau so am Tisch stand und erzählte, strahlte sie einen solchen Optimismus aus, das war bemerkenswert. Das konnte man förmlich fühlen. Das Leben in Australien ist dabei bestimmt nicht einfacher als in Deutschland, und dort nimmt die Niedergeschlagenheit der Menschen ständig zu.

Ganz nahe saß ein Enddreißiger. Bisschen blond, ganz kleine Nase, Oberkörper schwabbelig nackt. Er trug eine extrem breite Panzerkette aus 333 er Gold. (Ich sehe das, weil ich 333 er Gold NICHT trage.). Er war hinten ein wenig tätowiert, und vorne über der linken Brustwarze ein wenig. Erst die Tätowierung ließ mich  das Brustwarzen Piercing entdecken. Der hatte sich doch tatsächlich seine Brustwarze durchstechen lassen! Jetzt hing dort ein Ring drin. Wow! Gott sei Dank muss er seinem Baby keine Milch geben.

Als ich heute meine „Tracks“ gewandert war , hatte ich das erste mal Ärger mit den Fliegen. Das sind die Dinger, die sich hier Dank der unzähligen Kuhfladen prächtig vermehren können. Die Biester fliegen auch nicht davon wenn man ein bisschen mit der Hand wedelt. Sie kriechen zwischen Brille und Sonnenbrillen Aufsatz, in die Ohren, Nasenlöcher, Augen und kitzeln entsetzlich. Natürlich hatte ich mein dafür vorgesehenes Fliegennetz im Motel liegen gelassen. Bei diesem starken Seewind hatte ich einfach noch nicht mit diesen Viechern gerechnet. Abends aß ich einen riesigen, wohlschmeckenden Pasta Teller (AUD18).

Km Stand am 28.2. abends : 72998 Tagesetappe   62Km

Abendessen                   AUD 18,00

Getränke                               13,50

Tanken                                  40,47

Wrap                                     12,20





 

 

 

 




   



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

8. März                          Montag

Ich wache um 07:00 Uhr auf. Der „Bushel´s“ Tee zum Frühstück schmeckt so gut, dass ich mir noch einen zweiten Becher gönne. Gestern Abend habe ich noch gewaschen. Die Wäsche ist jetzt fast trocken. Ich muss noch aufräumen, abwaschen, die Kühltasche füllen, die Fotoapparate bereit legen und dann mache ich einen Tagesausflug in Richtung Pemberton.

Abfahrt war um 09:40 Uhr. Km Stand: 74391, 21 Grad Celsius. Ich fahre auf der Bundestrasse 10 in Richtung Port Augusta. Am „Beedelup National Park“ biege ich ab. Auf dem Parkplatz zeigt der Tacho 74516 Km an. Ich gehe zwei „Tracks“. Der erste führt zu einem Wasserfall und der Längere (etwa 50 Min) zum „Walk Through Tree“ .

Überall sieht man sehr hohe, dicke Eukalyptus Bäume. Der „Walk Through Tree“ ist 74 Meter hoch. Er hat unten ein Loch, durch das man hindurch krabbeln kann. Leider darf man auf dem „Track“ nicht lange stehen bleiben wenn man kurze Hosen und kurze Hemdsärmel trägt. Große Insekten möchten gerne beißen oder Blut saugen. Das kann ich nicht so genau unterscheiden. Auf jeden Fall tut es weh wenn sie versuchen durch die Haut zu kommen. Um 12:34 Uhr  fahre ich weiter und besuche den „Bicentennial Tree“ nahe Pemberton im „Karri Forest“. So etwas habe ich noch nie gesehen, geschweige denn erwartet. Der Baum ist 75 Meter hoch. Von außen hat man dicke Moniereisen, die man sonst im Beton Bau verwendet, als Treppenstufen in den Stamm gerammt. Man muss sich das wie bei einer Wendeltreppe vorstellen die um den Baumstamm herum führt. Die Moniereisen sind die Trittstufen. Man geht langsam im Kreis immer höher. Immer um den Baum herum. Auf halber Höhe ist die erste Aussichtsplattform, und von dort geht es dann noch weiter nach oben bis in 60 Meter Höhe. Wenigstens steht unten ein Warnschild. „Is your own risk!“  Ich sah einen Mann nach oben steigen und war beeindruckt. In Deutschland ist so eine Konstruktion für die Öffentlichkeit undenkbar. Hier hast du eben Pech gehabt wenn du runter fällst.

Als der Baum und ich alleine waren, versuchte ich es auch. Leider hatte ich für die Klettertour  nicht das richtige Schuhwerk an. Meine Gummisandalen hatten eine zu dünne Sohle. Die Armierungsstähle drückten durch die Sohle und taten weh. Bis zur ersten Plattform schaffte ich es aber. Unterwegs fotografierte ich natürlich eifrig. Auch meine gummierten Füße auf den stählernen ca. 3 cm dicken Moniereisen, die als Stufen aus dem Stamm ragten. Das war schon ein Erlebnis nach meinem Geschmack. Ohne ordentliches Schuhwerk wollte ich aber nicht weiter nach oben steigen. Obwohl es mich sehr juckte, es trotzdem zu versuchen. Vorsichtig ging ich rückwärts Schritt für Schritt wieder in Richtung Mutter Erde zurück. Natürlich habe ich mir auch Gedanken gemacht warum Menschen einen so schönen Baum so furchtbar vergewaltigen. Die Antwort darauf habe ich erst sehr viel später gefunden. Schon in den 30 er Jahren des letzten Jahrhunderts versuchte man die großen Waldbestände zu schützen. Auch damals gab es schon heftige Waldbrände. Um rechtzeitig Brände an die Feuerwehren etc. melden zu können, schuf man für die kritische Sommerzeit hohe Beobachtungsposten über den Wäldern. Man nahm dafür in den verschiedenen Regionen einige der höchsten Eukalyptus Bäume und baute sie in den Kronen zu Waldbrandmeldestellen aus. Um dort oben hin zu kommen verfiel man auf die Idee mit den Moniereisen. Außer dem „Bicentennial Tree“ gibt es hier noch andere hohe Bäume , die früher mal Beobachtungsposten waren, aber nur wenige sind noch zugänglich. 

Um 13:34 Uhr fuhr ich weiter nach Pemberton und tankte dort. Km Stand 74551 21,66Ltr. AUD 30,00 1 Ltr.= 1,39, um 13:53 Uhr. Von Pemberton fuhr ich zurück nach Margret River.

Ankunft um 15:27 Uhr , Km Stand 74694,  Tagesetappe: 303 Km

Abendessen:                           AUD 29,00

Tanken                                           30,00

     

 

 

 

 

 

 

 

 

44hill@gmail.com

 

 

 

 

 

Über diesen "typischen" Stein in den "Pinnacles" wollten sich die 3 totlachen!!

 

 

 

Von Westaustralien durch die Nullarbor (kein Baum) Wüste

 

 

 

 

Da läuft einem doch das Wasser im Munde zusammen

 

 

 

 

ich wollte das gar nicht! Habe nur ganz wenig gedr

 

 

 

 

Mit ein wenig Kraft geht auch das!
Daly Waters Pub sind eine Institution im "Outback". Nach vielen Km im Auto sieht man hier , dass es auch noch was anderes gibt als Landschaft!!
Mit dem Auto durch Westaustralien