Tagebuch Auschnitte

 
Reiseland Chile?   In vielen Reiseführern gilt Chile als relativ sicheresLand. Das WAR es vielleicht auch einmal!                                                                                                      

Erlebnisse aus meinen Tagebüchern                                                                                                                                     1.Geschichte :             Eine Warnung?                              (Februar 2009)                                                                                                                                          Wir waren in Santiago mit der U-Bahn gefahren. Zu Fuß gingen wir langsam die Strecke zurück, die wir vorher gefahren waren. Es gab viel zu sehen. Inge hatte eine Stadtteilkarte in der Hand damit wir uns nicht verliefen. Versteckt unter grünen Zweigen fanden wir ein kleines Restaurant. Es bot Erdinger Weißbier an. Das wurde natürlich probiert. Wir saßen in einer grünen Oase mitten in der Großstadt Santiago. Die Speisekarte sagte uns aber nicht zu, und so gingen wir weiter. An einer Fußgänger Ampel warteten wir auf„grün“ und gingen dann los. Alle Autos hielten. Wir waren fast in der Mitte der breiten Strasse, als ein Motorradfahrer mit viel zu hoher Geschwindigkeit von links direkt auf uns zu schoss, er hatte wohl die rote Fußgängerampel übersehen. Bevor wir ihn realisierten, hatte er gehupt, und wir waren reflexartig stehen geblieben. Der Bremsweg hätte bei Weitem nicht ausgereicht.Er schoss im Zentimeter Abstand an uns vorbei. Inge spürte den heftigen Luftzug.   Als ich ihm entsetzt nach blickte, hob er im davon fahren die linke Hand. Sollte das eine Geste der Entschuldigung  sein, oder sollte das bedeuten , das nächste Mal treffe ich euch besser? Mehrere Autofahrer schüttelten verständnislos ihre Köpfe. Ein Mann sprach uns an, und entschuldigte sich für diesen Verkehrsrowdy. Wir waren nahe an einem schweren Verkehrsunfall vorbeigeschrammt                                                               



An dieser Stelle wollte man mich berauben!! Unser "Hotel Galerias" ist schon zu sehen.


2. Geschichte .                  Überfall Nr 1.                                (Februar 2009)                                                                                                                                        Inge und ich gönnten uns am Hotel Pool 2 Pisco Sour. Wir überlegten, wo wir heute Abend essen wollten. Im Hotel zu essen finden wir langweilig.         Wie recht wir haben sollten.                   Wir gingen in die Fußgängerzone und suchten ein entsprechendes Restaurant. Leider sagte uns keines zu. Auf der „Antonio“ gab es ein „Restaurant „Alemana“. Als wir davor standen, hatte es leider geschlossen. EinStück weiter gingen wir in eine Pizzeria. Der Laden war einfach, und die Bedienung aufmerksam und freundlich. Wir aßen für uns Ungewöhnliches. Inge bekam Spiegeleier mit Kartoffelbrei, und ich eine riesige „Empanada con queso“.Es war relativ früh als wir uns auf den Heimweg machten. Wir gingen auf der „San Antonio“ in Richtung „Hotel Galerias“. Es war nicht mehr weit bis dort hin.Man konnte das Hotel schon sehen. Wir schauten uns am Theater das Angebot auf den großen Plakaten an. Es wurde zur Zeit „El Hombre de la Mancha“, oder auf deutsch „Don Quixote“ gespielt. Hand in Hand gingen wir weiter. Das macht man so wenn man nur 40 Jahre verheiratet ist. Ein Stück weiter wurden wir brutal in die Realität zurückgeholt. Inge hatte den Kerl schon vor einem Plakat desTheaters stehen sehen , als wir an ihm vorbei gingen. Der Bursche muss uns genau beobachtet und entsprechen eingeschätzt haben, denn als wir nichtsahnend ein Stück weiter gegangen waren, hörte ich ganz kurz wie jemand angelaufen kam, und dann rammte eine Hand aus vollem Lauf in meine linke Hosentasche. Mein normal europäisch geschultes Alarmsystem hatte diese blitzschnelle Attacke viel zu langsam realisiert. Von der Wucht der Attacke ging ich wohl reflexartig in die Knie. Ich spürte wie die fremde Hand in meiner Hosentasche sich drehte.Aber sie konnte nichts ergreifen, denn wie so häufig, wenn Inge und ich unterwegs waren, hatte meine linke Hand mein Portemonnaie von oben umschlossen.Die fremde Hand versuchte es noch zu erfassen, aber ich muss mich instinktiv gewehrt haben. Ich fühlte keine Angst. Inge rief laut um Hilfe. Als die Hand nicht sofort ans Ziel kam wurde sie zurückgezogen. Als ich mich wieder aufgerichtet  und umgedreht hatte, war der Mann schon unerreichbar weit weg. Mein Geld war aber noch bei mir. Ich sah einen schlanken Mann davonrennen. Die eine Hand hielt er erhoben, so als wenn er sich für seine Tat entschuldigen wollte. Es war genau die gleiche Handbewegung die der Motorradfahrer gemacht hatte als er uns fast umgefahren hatte. Ich stellte mir wieder die Frage was diese Handbewegung wohl heißt? Entschuldigung? Oder Schade, hat leider nicht geklappt! Das ich in die Knie gegangen war als derRäuber angriff, hat Inge mir berichtet. Ich selbst habe diese Reaktion in dem Moment gar nicht realisiert. Der lange Kerl musste deshalb tief hinunter, um in meiner Tasche nach dem Portemonnaie zu grabschen. Diese Rangelei mit der fremden Hand in meiner linken Hosentasche spüre ich noch ganz deutlich. Es war auch sehr wichtig gewesen, dass Inge sofort laut schrie als der Angriff erfolgte. Nur mit dem Schrei „Hilfe“ kann hier niemand etwas anfangen. Ab jetzt wissen wir „Hilfe“ heisst auf spanisch „Ayuda“. Wir waren auch nicht alleine auf der Strasse gewesen. Dann steht man auf einmal in der City von Santiago auf eine der Hauptgeschäftsstraßen, Leute schauen uns von der anderen Straßenseite an, und man merkt,  das die Welt überhaupt nicht so ist wie man sie gerne haben würde. Angenommen, der Kerl hätte mir von hinten ein Messer in den Rücken gestoßen, wäre das Geld sicherlich seins gewesen und ich im besten Falle nur mittelschwer verletzt. Das meiste Bargeld lag natürlich im Hotel Safe, wenn der Räuber aber mein Portemonnaie geraubt hätte, wären auch die Visa-und Maestrocard, der Führerschein und der Personalausweis u.a. weg gewesen. Das hätte wieder viel Unannehmlichkeiten bei der Diebesanzeige und der Wiederbeschaffung gegeben. Inge hatte den Räuber besser gesehen als ich. Helles Hemd, beige Hose, Alter 40-50 Jahre, schlank. Also kein junger Kerl. Ich kontrollierte meine Taschen. Alles schien da zu sein. Inge wurde auf einen Jungen aufmerksam der plötzlich hinter uns war. Als Inge sich umdrehte blieb er stehen. Dann folgte er uns wieder. Als Inge sich das zweite Mal umdrehte verschwand er. Ich hatte den Jungen auch gesehen, ihm aber keine Aufmerksamkeit geschenkt, und ihn als harmlos eingestuft. Inge war da ganz anderer Meinung. Wir kamen noch an einer Frau vorbei, die den Raubversuch beobachtet hatte. Sie fragte uns, ob sie mit uns gehen dürfte, da sie alleine sei. Sie hatte Angst. Es war merkwürdig, aber ihr spanisch verstand ich sofort. Jetzt waren wir zu dritt. Das war besser als zu zweit. Im Hotel meldete ich den Vorfall an der Rezeption. Man schrieb meine Zimmernummer auf , und riet mir zur Polizei zu gehen. Bla, bla, bla. Dort stelle ich mir das dann so vor. Keiner versteht mich, und ich verstehe die Polizei nicht. Man gibt mir zu verstehen, dass ich in 3 Tagen  wiederkommen soll, denn dann sei ein Übersetzer da. Zu der Zeit sind Inge und ich dann aber schon in Alemana. Ich hoffe wir können heute Nacht gut schlafen.Nach einem solchen Erlebnis hat man viele Gedanken die sich damit beschäftigen was wäre wenn......  Der Räuber hätte auch Erfolg gehabt wenn ich meine Hand nicht auf dem Portemonnaie gehabt hätte.                         


Bestätigte Buchung bei Alamo Rent a Car in Calama (Nord Chile)  mit Zeitangabe der Wagenübernahme. Aber.... alles ist verschlossen.

Das im Foto eingeblendete Datum ist nicht korrekt


3. Geschichte .   So hatte ich mir "Alamo Rent a Car" in Chile nicht vorgestellt.      (Februar 2009)                                                                                                                                      Wir sind von Santiago de Chile nach Calama im Norden von Chile geflogen. Einer indianischen Fahrerin nennen wir die Adresse von „Alamo Rent a Car“ in Calama, und schon geht es los. Wir fahren kreuz und quer durch Calama wegen der vielen Einbahnstrassen. Es ist unmöglich sich den Weg zu merken. Dann halten wir an der Hausnummer 2177. Ich sehe blau/gelb, ja, das sieht nach Alamo aus. Wir fangen an die Koffer auszuladen. Da fällt mir auf, das es keine Tür zum Alamo Büro gibt. Unser Auto steht vor einer großen doppelflügeligen Metallgittertür,die durch dicke Ketten mit 2 daran hängenden großen Schlössern  gesichert ist. An einem Schloss hängt ein Zettel. Ich lese was darauf steht. Es betrifft eine Anmietung von gestern. Und die handschriftliche Skizze , die zu einem Call Center in der Nähe führt. Darunter steht eine Telefonnummer. Kann man vom Call Center telefonieren, oder ist der Alamo Mitarbeiter gerade dort? Wir stehen inzwischen mit unserem ganzen Gepäck im Norden Chiles auf der Straße vor einer verschlossenen Gittertür. Es wird langsam unangenehm. Was tun?  DieTaxifahrerin möchte weiter. Wenn sie uns verlässt ,stehen wir hier alleine auf weiter Flur mit unseren Koffern. Ich bitte die Taxifahrerin die Telefonnummerauf dem Zettel anzurufen. Tatsächlich meldet sich jemand. Man spricht englisch.„Ach Sie sind schon da? In 5 Minuten bin ich bei Ihnen!“. Ich gebe der Taxifahrerin 6000 Pesos incl. Tip , dann fährt sie davon. Jetzt stehen wir hier in dieser abgelegenen kleinen Stadt am Rande der Atacama Wüste mit unserem Gepäck wie bestellt und nicht abgeholt.  2 Männer gehen auf der anderen Straßenseite vorbei und spotten über uns. Dann fährt ein großer Pick up vor.Ein junger Mann in Räuberzivil steigt aus und sagt, er sei von Alamo. Er fragt mich, ob ich eine Reservierung hätte. Eigentlich verstand ich die Frage nicht,denn am Telefon war er doch angeblich überrascht gewesen von unserer frühen Ankunft. Ich sagte ihm, dass ich die schriftliche Buchungsbestätigung von Alamo bei mir hätte. Jetzt musste er was tun. Er erwiderte, dass es ihm Leid täte,aber er hätte keinen Mietwagen für uns. Das für uns vorgesehene Auto hätte einen Unfall gehabt. Meine Galle stieg immer höher. Er sagte, er wolle vom Büro aus bei einer anderen Autovermietung versuchen für uns ein Auto zu bekommen. Um ins Büro zu kommen musste er jedoch die beiden Nummernschlösser an den Ketten zum Haupttor öffnen. Das erste Schloss wurde  schnell geöffnet. Beim 2.Schloss hatte er größere Schwierigkeiten. Immer wieder gab er eine falsche Nummer ein. Er brauchte 15 Minuten bis das Schloss sich öffnen ließ. Ich habe auf die Uhr gesehen. Irgendwann standen wir in einem abgewetzten Büro. Inge ging aufs Klo. Als sie wieder kam,  verdrehte sie die Augen. Unser Alamo Angestellter schnappte sich ein „Gelbe Seiten“ Telefonbuch“ und machte sich an die Arbeit. Inzwischen war es 18:00 Uhr geworden, und wir hatten noch eine 100 Km Fahrt durch die Atacama Wüste vor uns. Etliche Male wurde bei seinen Anrufen nicht abgehoben. 2 x hatte man uns sehr viel größere Autos angeboten. Eins sollte doppelt so teuer sein wie meine aktuelle Buchung. Das andere sollte 60€ mehr kosten. Ich sagte, wenn Alamo die 60€ übernehmen würden wäre ich bereit das Auto zu mieten. Nach dem ganzen Ärger wollte ich nicht noch Geld dazu legen. Der Alamo Mitarbeiter akzeptierte meine Angebot aber nicht.Das Telefon klingelte. Ich bekam mit, das mein Gesprächspartner gleich nach San Pedro de Atacama fahren wollte. Da wollten wir ja auch hin. Ich schlug ihm vor, dass er uns ja mitnehmen könne, und wir uns in San Pedro dann einen Wagen mieten würden. Leider gibt es in San Pedro keine Alamo Vertretung. Er hatte uns auch schon einen beschädigten Opel Corsa ohne Klima Anlage und gestohlenem Radio angeboten. Die Windschutzscheibe hatte ausgerechnet auf der Fahrer Seite einen SEHR großen Steinschlagschaden, der die Sicht nach vorne erheblich behinderte. Auch auf der Beifahrerseite sah man Risse in der Scheibe. Es fehlte auch der innere Rückspiegel. Der Wagen war außerdem, um es gelinde auszudrücken nicht gesäubert worden. Diese Kiste bot er uns jetzt nocheinmal  für die Fahrt nach San Pedro an.  Erst versprach er uns für Montag, dann für Sonntag und dann für heute einen neuen Mietwagen in San Pedro in unser Hotel zu bringen, wenn  wir mit dieser alten Schleuder bis SanPedro vorlieb nehmen würden. Da wir auch nach San Pedro wollten, sei das mit dem Austauschen der Mietwagen kein Problem. So zwischen 20:00 Uhr und 21:00 Uhr sei er in unserem Hotel. Ich ließ mich leider darauf ein. Als ich den Zündschlüssel drehte war der Ausschlag der Tankanzeige fast nicht zu sehen. Der Zeiger stand auf total leer. Unser „Berater“ meinte aber, das Benzin würde noch bis zur nächsten Tankstelle reichen und fertigte für uns auf einem Fetzen Papier mit einem Kugelschreiber eine Skizze an. Natürlich ohne Straßennamen.Die Tankstelle sei ganz in der Nähe. Aua, aua, was geschah hier mit uns? Wir machten einen merkwürdigen Vertrag, der eigentlich keiner war, weil keine Summe eingetragen war. Er sagte, ich hätte ja meine schriftliche Garantie mit Preisangabe von Alamo. Aber was war die hier überhaupt Wert? Das Reserverad fehlte natürlich auch. Ebenso das Werkzeug zum Radwechseln. Beim ersten Versuch wollte er uns ein Ersatzrad andrehen , das von einem anderen Fahrzeugtyp war,und im Falle einer Panne nicht gepasst hätte. Schließlich bekamen wir aber das Richtige und auch das Werkzeug da zu. Wider Erwarten fand ich dann die Tankstelle schnell. Es herrschte Andrang. Wir mussten uns anstellen und wurden während unserer Wartezeit 2 mal angebettelt. Das gibt es in Deutschland noch nicht! Ich tankte 15 Ltr. für ca. 100 Km (7500 Pesos). Der Tankwart beschrieb uns noch mal den Weg zur Ausfallstrasse nach San Pedro. Wir fanden die Strasse ohne Probleme. Irgendwann sahen wir nämlich Wegweiser am Straßenrand. Als ich den Wagen beschleunigte klapperte es vernehmlich aus dem Motorraum. Der Motor selbst lief aber normal. Das Klappern klang nicht bedrohlich, beunruhigte uns aber natürlich. Als ich den Motorinnenraum bei einem Stop kontrollierte, konnte ich nichts entdecken. Das Klappern war immer nur unregelmäßig. Es war relativ laut und erschreckte uns immer wieder. Wir fuhren inzwischen auf einer geteertenStraße durch die Atacama Wüste. 80% der Fahrstrecke bis San Pedro de Atacama führen durch eine graubraune, staubige Steinwüste. In der Ferne sieht man die ersten Berge der Anden im Dunst. Die letzten Km vor San Pedro sind allerdings sehr sehenswert. Man fährt durch eine von der Sonne angestrahlte, in allen Brauntönen leuchtende bizarr gezackte Bergwelt. Die tief stehende Sonne intensivierte die Farbgebung. Als wir in San Pedro einrollten war es schon fast dunkel. Der Ort San Pedro hat sich aus einer Oase entwickelt. Hier gibt es Wasserstellen. Wir hatten die Adresse unseres Hotels natürlich bei uns. Wir mussten zum Hotel Corvatsch in der Avenida Licancabur 199. Das half aber wenig. Es gab keine Leuchtreklamen, keine Straßenbeleuchtung und keine Hausnummern. Nur Lehmmauern an engen Schotterstraßen und einstöckige Hütten. Aber auf unserer Karte war die „Calle Licancabur“ die Strasse ,auf der wir in San Pedro einrollten. Am anderen Ortsausgang war eine Zollstation für LKW, die nach Bolivien wollten. Inge fragte dort, und bekam sogar einen mini Ortsplan. Wir mussten zurück fahren. An einem Gebäude das offiziell aussah, stieg Inge nochmal aus und betrat das Gebäude. Als sie eingetreten war, verschloss ein Mann die Tür hinter ihr. Es dauerte bis sie wieder kam. Sie sagte, sie hätte vor einem Schalter Schlange stehen müssen. Von dem Mann hinter dem Schalter erhielt sie eine präzise Auskunft. Unser Hotel war zwar an dieser Strasse, aber die Zufahrt war so zu sagen von hinten. Wir sollten vorne nach links, und dann nochmal nach links abbiegen. Man beachte bitte, Inge bekam das alles mit, obwohl sie kein Spanisch spricht. Wir fanden die Hoteleinfahrt. Allerdings war der Hof  mit Autos nur so vollgestopft. Wir stopften unser Auto dazu. Ich ging zur Rezeption und war natürlich falsch. Auf dieser Seite war das Hostal mit einfachen und Mehrbett Zimmern. Das Hotel war auf der anderen Seite. Man telefonierte, und dann wurden wir auf die andere Seite geführt. Dort war von einer Reservierung für Senor und Senora Hillmann nichts bekannt. Also musste ich wieder an meinen mitgebrachten Reise Ordner mit den entsprechenden Unterlagen. Ich legte die Kopie der schriftlichen Buchungsbestätigung für heute vor. Mein Gegenüber geriet daraufhin schwer ins Grübeln, und mir ging so durch den Kopf:                „Walter, heute ist wirklich nicht Dein Glückstag!“.                                                            Schließlich konnten wir dann aber doch bleiben. Allerdings müssten wir morgen umziehen.  Ich sagte das sei uns recht. Wir waren müde und wollten insBett. Für die erste Nacht erhielten wir Zimmer Nr.12 .Ein 3 Bett Zimmer. Wir packten nur das Nötigste aus und gingen zum Essen.  Der Magen hing uns auf ½ acht. Inzwischen war es 21:30 Uhr geworden. Wegen der Anlieferung eines anderen Autos hatten wir von Alamo  in der Zwischenzeit natürlich nichts gehört. Obwohl es ja so vereinbart worden war. Ich hatte Alamo natürlich auch die Adresse und die Tel. Nr. des Hotels gegeben. Wir fanden ein Restaurant mit Innenhof. Es brannte ein Kaminfeuer. Fast alle Tische waren besetzt. Gerade ging eine Gruppe und ich fragte, ob wir uns dort hin setzen könnten. „Si,Senhor“. Im nu war abgeräumt. Die 3 ein Meter Tische wurden auseinandergezogen, und schon hatten wir einen kleinen Tisch für uns alleine. Wir bestellten eine „Chilenische Grillplatte“. Wir bekamen, was ich befürchtet hatte. Berge von perfekt gegrilltem, zartem Fleisch. Angerichtet war es auf einer Platte die von glühenden Holzkohlen von unten heiß gehalten wurde. Ein wunderbares Essen. Alamo blieb unerreichbar.     In Deutschland kämpfte ich später über 4 Monate mit z.T. schlecht ausgebildeten oder überforderten Service Kräften von Alamo Rent a Car via Telefon und E-Mail, bis ich mein Geld wieder hatte.

Mit dieser Windschutz-scheibe fuhren wir 100Km durch die Atacama Wüste von Calama nach San Pedro
Auch hier ist das Datum falsch im Foto angezeigt

Mein Lieblingsvulkan, der "Licancabur" , Er ist fast 6000 Meter hoch.

Unterwegs in San Pedro de Atacama. Wenn man hier nachts mit seinem Leihwagen ankommt, findet man nur sehr schwer das in Deutschland gebuchte Hotel. Keine Straßennamen, keine Beleuchtung.

 4. Geschichte.  Der 2. Überfall                                                                                            (10 Monate später im Dezember2009)                                                                                       

Ich hatte nur einen Tag in Santiago de Chile und wollte etwas essen. Mit Inge war ich eine Paar mal in einem Schnellrestaurant gewesen. Dort konnte man  „Hamburguesa con Palta“ (Palta ist eine Avocado Creme) essen.Ja, das würde ich jetzt gerne essen. Ich befand mich auf einer der großen Hauptverkehrsstrassen von Santiago de Chile, der „Avenida O´Higgins“. In meiner Nähe war auch das besagte Restaurant. Ich fand eine freie Sitzbank und setzte mich. Nach einer Weile kam ein Ober und.....................   bat mich das Restaurant zu verlassen. Ich würde nicht bedient werden. So habe ich es mit meinem deutschen Hirn verstanden. Seit Dezember 2009 weiß ich was(Rassen?) Diskriminierung bedeutet. Ich erhielt keine Begründung.Wahrscheinlich hätte ich sie auch nicht verstanden. Ich war normal gekleidet und hatte mich meines Wissens auch nicht auffällig benommen. Ich verließ das Restaurant und war etwas durcheinander. Warum wurde ich nicht bedient? War das ein jüdischer Ober, der in mir einen NAZI sah? Oder sah ich aus wie ein US Amerikaner, die auch nicht überall in Südamerika gerne gesehen werden? Solche Gedanken gingen mir durch den Kopf. Oder hatte ich etwas falsch verstanden? Ich wollte es genau wissen. Nach einigen Minuten ging ich ins Restaurant zurück und setzte mich an die Theke. Bei einer jungen Frau gab ich meine Bestellung auf.Dieser Vorgang war noch nicht beendet, als wieder der besagte Ober erschien, und mich aufforderte das Restaurant zu verlassen. Tja, es war also doch ernst gewesen. Draußen ging ich einige Schritte zur Seite , aktivierte meine Digitalkamera, stellte mich wieder in den Restauranteingang und fotografierte den besagten Ober. Bevor die Warnrufe des Personals den Herrn auf mich aufmerksam machen konnten , war ich verschwunden. Ca. 100 Meter vom Restaurant, ich beschäftigte mich immer noch mit meinem doppelten Rausschmiss, wurde ich plötzlich von hinten angesprungen und eine Hand riss mir meine goldene Kette (zum Glück nur eine dünne) vom Hals. Als ich mich umdrehte, sah ich einen Jungen , mit einem braunen Hemd über der Hose in der Menschenmenge verschwinden. Der war viel zu schnell für mich.  

Hier wollte man mich nicht bedienen!!

Dieser Herr in weiss/schwarz wies mich 2 mal aus dem Restaurant

 Geschichte Nr.5               Hunger                                  (Februar 2009)





Ich gehe noch mal alleine los, weil ich noch einmal ins archäologische Museum möchte. Inge möchte lieber im Hotel bleiben. Sie war schon mal in diesem Museum , und das reicht ihr. Ich hatte mir leider den falschen Tag ausgesucht. Als ich am Museum an komme , ist es leider geschlossen. Auf dem Rückweg setzte ich mich noch an einen Restaurant Tisch auf der „Plaza de Armas“ um etwas zu trinken. Nicht weit von mir stand ein Tisch mit abgeräumten Tellern und Essensresten. Zuerst kam ein Straßenhändler, der eine Damenbluse und 2 Paar Schuhe verkaufen wollte. Von den Schuhen war nur der jeweilig rechte zu sehen. Er inspizierte die Essensreste und steckte sich nach einem rundum Blick einige Brötchen in die Tasche. Dann kam ein junger dünner Mann. Er war fast normal gekleidet und wirkte unauffällig. Er schaute kurz nach links und rechts und stopfte sich dann das restliche Essen wahllos und gierig in den Mund. Er kaute scheinbar kaum. Ich sah ihn nur stopfen, stopfen, stopfen. Links und rechts baumelte Fleisch aus seinen Mundwinkeln. Hier ging es nur darum in möglichst kurzer Zeit möglichst große Mengen Nahrung in sich hineinzubekommen.Geschmack oder Genuss waren völlig nebensächlich. So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Der Vorgang hinterließ bei mir einen nachhaltigen Eindruck. Und Chile gilt in Europa doch als relativ wohlhabendesLand. Was geht wirklich vor in Chile? Nachdenklich kehrte ich ins Hotel zurück.

Das war der Händler , der nur die Brötchen nahm

und das der junge Mann, der so unglaublich hungrig war

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